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Studie
Wie Teilzeit die Care-Arbeit von Vätern beeinflusst


Arbeiten Väter vorübergehend in Teilzeit, kümmern sie sich mehr um Kinder und Haushalt als vorher - auch nach der Rückkehr zur Vollzeit. Das Sagen in der Familie hat aber immer noch die Person, die finanziell mehr beisteuern kann, zeigt eine Studie. Von CHRISTINA KLAMMER



Studie: „Paternal Part-Time Employment and Fathers’ Long-Term Involvement in Child Care and Housework“ von Mareike Bünning (Oktober 2019)

Das Modell der Familie, die vom Vater ernährt und der Mutter als Hausfrau umsorgt wird, ist über Jahrzehnte vom Sozialsystem geprägt und gefördert worden. So sind immer noch überwiegend Mütter für den Haushalt und die Pflege der Kinder verantwortlich, oft neben der eigenen Erwerbstätigkeit. Inzwischen nehmen aber auch Väter immer öfter Teilzeitstellen an oder die Elternzeit in Anspruch und verbringen dadurch auch mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs.

Wie sich das Verhalten von Vätern in ihren Familien verändert hat, nachdem sie von einer Vollzeitstelle in Teilzeit gewechselt waren, hat die Soziologin Mareike Bünning untersucht. Dabei griff sie auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zurück, die zwischen 1991 und 2015 von insgesamt 13.868 Vätern in Deutschland gesammelt wurden. Ergebnis: Die Zeit, die Männer mit der Erziehung ihrer Kinder und dem Erledigen von Haushaltsaufgaben verbrachten, hatte sich während der Teilzeitarbeit nahezu verdoppelt.

Obwohl sie dadurch insgesamt besser in den häuslichen Alltag einbezogen wurden, blieb die Verantwortung für die unbezahlten Haushaltspflichten großteils ihren Partnerinnen überlassen. Trotzdem: Über 50 Prozent aller männlichen Teilzeitarbeiter entschieden sich aus familiären Motiven für dieses Arbeitsmodell – wenn auch nur vorübergehend. Durchschnittlich dauerte eine Beschäftigung mit verringerter Stundenzahl zwölf Monate. Zurück im Vollzeitjob sank der Anteil an Haushaltsarbeiten und Kinderpflege wieder. Er blieb aber etwas höher als noch vor der Teilzeitbeschäftigung.

In der Untersuchung spielte auch der Beschäftigungsgrad der Mutter eine Rolle. Je höher die Anzahl geleisteter Arbeitsstunden, desto mehr Zeit verbrachte ihr Partner mit dem Kind – auch nach der Rückkehr in den Vollzeitjob verbrachten Väter eine halbe Stunde mehr mit ihren Kindern, wenn ihre Partnerinnen ebenfalls in Vollzeit tätig waren. War die Mutter selbst in Teilzeit oder gar nicht beschäftigt, reduzierte sich die Fürsorge des Vaters für den Nachwuchs wieder auf das vorherige Maß.

Bünning untersuchte die Arbeitsaufteilung auch hinsichtlich weiterer Faktoren wie zeitliche Verfügbarkeit, Geschlechterrollen und Verhandlungsstärke der Elternteile im Haushalt. Letztere beschreibt sie als besonders abhängig von der Einkommenssituation: Der Partner, der mehr finanzielle Mittel beisteuert, hat entsprechend auch mehr Entscheidungsgewalt. Durch einen Wechsel von Voll- zu Teilzeitarbeit – wenn auch nur zeitlich begrenzt – wird dieses Machtgefälle flacher und die Gesprächskultur zu Hause nachhaltig verändert. Dennoch hat es der Finanzstärkere – üblicherweise der Mann – in Diskussionen leichter, sich aus ungeliebten Aufgaben herauszuargumentieren und bevorzugte Arbeiten zu übernehmen. Tendenz: Väter beschäftigen sich lieber mit den Kindern als mit Haushaltsaufgaben.

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05.02.2020

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