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Bangladesch
Flüchtlingslager im Schlamm


Knapp 700.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya flohen 2017 vor ethnischen Säuberungen in Myanmar ins Nachbarland Bangladesch. 100.000 von ihnen sollen jetzt auf die Insel Bhasan Char umgesiedelt werden. Von JULIUS GABELE



Bangladesch ist weltweit eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder. Der Staat ist mit der Aufnahme der Geflüchteten überfordert. Die Regierung schränkte daher die Bewegungsfreiheit der Rohingya im Land ein. Die Flüchtlinge wurden dazu aufgefordert, in den offiziellen Lagern zu bleiben. Auch die Bevölkerung zeigt sich zunehmend ablehnend gegenüber den Rohingya. Die Insel soll zur Entlastung der bestehenden Flüchtlingslager dienen.

Wer auf die Insel kommt, soll auf freiwilliger Basis oder per Los entschieden werden. Von dort aus soll es den Geflüchteten nicht mehr gestattet sein, auf das Festland von Bangladesch zurückzukehren. Menschenrechtler kritisieren das Projekt daher: Es ähnele Konzentrationslagern. Außerdem liegt die Insel im Gefahrenbereich von Sturmfluten und ist gefährdet durch Piraten, die im Delta des Meghna umherziehen. Die Insel selbst entstand erst vor knapp 20 Jahren aus den abgelagerten Sedimenten des Flusses. Große Teile stehen bei Flut noch unter Wasser.

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12.06.2020

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