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Kurzstudie
Männliche Wissenschaftler sind prahlerischer


Wissenschaftler beschreiben die Ergebnisse ihrer Studien häufiger mit positiven Ausdrücken wie „ausgezeichnet“ und „einzigartig“ als Wissenschaftlerinnen. Von CORNELIA SCHIMEK



Studie: „Gender differences in how scientists present the importance of their research: observational study“ von Marc J. Lerchenmueller, Olav Sorenson und Anupam B. Jena (November 2019)

Frauen sind in der medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung unterrepräsentiert, erhalten weniger Stipendien und werden seltener zitiert. Ein Grund hierfür könnte die unterschiedliche Sprache sein, mit der männliche und weibliche Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universitäten Mannheim, Yale und Harvard.

Sie analysierten die Titel und Zusammenfassungen von über sechs Millionen medizinischen und biowissenschaftlichen Publikationen aus den Jahren 2002 bis 2017. Wie häufig wurden in der Zusammenfassung oder in der Überschrift positive Begriffe wie »neuartig«, »vielversprechend« oder »einzigartig« verwendet? Das scheint vom Geschlecht abzuhängen. Ist ein Hauptautor einer Studie männlich oder sind beide Autoren männlich, dann ist die Wahrscheinlichkeit, die Ergebnisse als sehr positiv zu beschreiben, um bis zu 20 Prozent höher. Bei wichtigen Fachzeitschriften mit großem Einfluss war dieser Unterschied besonders ausgeprägt. 

Die Forscher konnten zudem zeigen, dass die positiv präsentierten Studien auch häufiger zitiert werden. Das ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil die Häufigkeit der Zitierung in der Wissenschaft oft über Anerkennung, Gehalt und die Anstellung entscheidet.

Dieser Text erschien in der 18. Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.


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21.08.2020

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