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Wahlrecht
Ein Drittel der Wiener darf nicht wählen


Fast eine halbe Million Menschen im wahlfähigen Alter können nicht bei der Bürgermeisterwahl abstimmen, obwohl sie größtenteils schon länger als zehn Jahre in der Stadt wohnen. Von DANIELA KRENN



Normalerweise werden Stadtvertretungen von den Bürgern einer Stadt gewählt. In Wien ist das nicht so. Fast eine halbe Million Stadtbewohner im wahlfähigen Alter sind von der Bürgermeisterwahl ausgeschlossen. Das sind etwa ein Drittel aller Wiener im wahlberechtigten Alter. Warum ist das so? Sie haben keine österreichische Staatsbürgerschaft, obwohl die meisten von ihnen schon mehr als zehn Jahre in Wien wohnen, leben, Steuern zahlen. Das trifft sogar auf viele junge Wiener zu, die dort geboren wurden und trotzdem keinen österreichischen Pass haben.

Den höchsten Bevölkerungsanteil mit ausländischer Herkunft gibt es im 15. Wiener Gemeindebezirk. Dort dürfen 44 Prozent der Bewohner nicht an der Wahl teilnehmen. In Deutschland sind es etwa zwölf Prozent der Erwachsenen, die aufgrund ihres fehlenden Passes nicht wählen dürfen, obwohl viele davon schon länger in Deutschland leben und arbeiten.

Dieser Text erschien in der 19. Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.


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09.10.2020

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