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Corona-Pandemie
Unsichere Zahlen für Österreichs Intensivstationen


Viele Covid-19-Erkrankten liegen derzeit auf Intensivstationen Österreichs. Die Bundesländer melden täglich, wie viele Betten noch frei sind. Trotzdem sind die Zahlen schwer vergleichbar. KATAPULT hat bei den zuständigen Ländern nachgefragt. Von DANIELA KRENN



Fast 700 Covid-19-Erkrankte müssen derzeit in Österreichs Krankenhäusern intensiv-medizinisch betreut werden.1 Die Zahlen dazu findet man auf der Seite der AGES, der Agentur für Gesundheit und Ernährung. Ihr werden die Zahlen täglich vom österreichischen Gesundheitsministerium übermittelt, so ein Sprecher der AGES. Dort wiederum gehen die Zahlen der einzelnen Bundesländer ein. Sie melden einmal pro Tag, wie viele Erkrankte auf den Intensivstationen liegen und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Welches Bundesland meldet welche Zahlen?
KATAPULT wollte die Statistik der AGES für eine Grafik übernehmen. Ein Artikel in der österreichischen Tageszeitung “Standard” machte allerdings darauf aufmerksam, dass die Bundesländer Zahlen an die AGES melden, die nur schwer miteinander vergleichbar sind.2 Einige Bundesländer melden offenbar die gesamte Anzahl an freien Intensivbetten, andere nur jene, die für Covid-19-Erkrankte reserviert sind.

Auf KATAPULT-Anfrage schrieb die AGES am 11. November: “Jedes Bundesland meldet täglich, wie viele Betten und Intensivbetten im jeweiligen Bundesland belegt sind bzw. welche Kapazitäten für Covid-Patienten noch frei sind.” Für genauere Fragen zu den Zahlen verwies ein Sprecher der AGES KATAPULT an die einzelnen Landessanitätsdirektionen. 



Niederösterreich meldet alle freien Betten, Tirol und Kärnten nicht
Die niederösterreichische Landesgesundheitsagentur gab per Mail an, sie würden täglich alle verfügbaren Betten melden. Das Land Kärnten und der Krisenstab Oberösterreich antwortete KATAPULT, sie gäben nur jene freien Intensivbetten an, die für Covid-19-Erkrankte vorgehalten werden, genauso in Tirol. Wie viele das sind, ändere sich bedarfsbedingt, so der ein Sprecher der Tiroler Landesregierung.

Die Steiermärkische Krankenanstalt schrieb in einer Mail an KATAPULT: “Die Antwort ist einfach: beides – sowohl gesamt wie auch COVID – bezogen.” Welche Zahl schlussendlich in der AGES-Statistik auftaucht, konnte sie nicht beantworten. In Salzburg ist der Prozess der gleiche. Auch die Landessanitätsdirektion Salzburg sagte am Telefon gegenüber KATAPULT, sie würden beide Zahlen angeben. Auch sie wüssten nicht, welche bei der AGES angegeben ist. Von der Landesdirektion Burgenland durfte man keine Auskunft an die Medien geben, die Presseabteilung hat bis dato nicht geantwortet. Auch keine Antwort gab es von der Stadt Wien. Die Landessanitätsdirektion Vorarlberg habe die Anfrage weitergeleitet, hieß es in einer Mail.

Die Rolle des Gesundheitsministeriums
Salzburg und die Steiermark erklärte gegenüber KATAPULT, dass die Bundesländer die Bettenanzahl gar nicht an die AGES direkt meldet, sondern an das Gesundheitsministerium. Nach drei Anfragen von KATAPULT - beginnend am 12. November - kam am 23. November eine Antwort. Die Zahlen der AGES würden aus dem Epidemiologischen Meldesystem stammen. Nur: Wer trägt die Zahlen jetzt dort ein? Nach einem Anruf bei der Pressesprecherin - in der Mailsignatur war eine Telefonnummer - konnte diese Frage nicht geklärt werden. Nur ein Versprechen von Seitens der Pressesprecherin gab es: Sie werde das noch einmal genau erfragen.

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[1] Agentur für Gesundheit und Ernährung Gmbh (Hg.): AGES Dashboard Covid 19, auf: covid19-dashboard.ages.at (9.11.2020).
[2] Krutzler, David; Ruep, Stefanie: Bereits zwei Drittel der Covid-Intensivbetten in Wien belegt, auf: derstandard.at (2.11.2020).
Alle zitierten Mails sowie Protokolle der Telefongespräche liegen KATAPULT vor.


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25.11.2020

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