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Studie
Terrorgefahr wächst durch stärkere Zuwanderung nicht


Die Studie zeigt, dass Zuwanderung die Terrorgefahr im Zielland nicht erhöht. Stattdessen ist die politische Situation der Länder entscheidend.



Studie: „Do Immigrants Import Terrorism?“ von Andrew C. Forrester, Benjamin Powell, Alex Nowrasteh, Michelangelo Landgrave (2019)

Zuwanderung führt zu mehr Terrorismus im Aufnahmeland – so eine verbreitete Meinung. Die Befürchtung: »Die bringen den Krieg gleich mit!« – Aber das stimmt nicht. Ein US-amerikanisches Forscherteam aus Wirtschafts- und Politikwissenschaftlern hat diese Auffassung widerlegt.

Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Migration und Terrorismus in 174 Ländern für den Zeitraum zwischen 1995 und 2015. Dafür verglichen sie den von den UN geschätzten Migrationsanteil in der Bevölkerung eines Landes mit den Daten zu Terrorattacken aus der »Global Terrorism Database« der University of Maryland. Die Migranten wurden ihrer Herkunft nach in Gruppen eingeteilt: Zuwanderer aus Staaten, die in interne oder internationale Konflikte verwickelt sind, und jene aus den sogenannten MENA-Staaten, einer Reihe von Ländern zwischen Marokko und dem Iran, die mehrheitlich muslimisch geprägt sind. Die Wissenschaftler suchten unter zusätzlicher Kontrolle der wirtschaftlichen und politischen Situation des Herkunftslandes, die zu Terrorismus führen kann, und bewaffneter Konflikte nach einer Korrelation von Migration und Terrorismus – und fanden sie nicht.

Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen einem hohen Zuwandereranteil und der Zahl der Terroranschläge in einem Land festgestellt werden. Der höchste signifikante Zusammenhang mit Terror­attacken wurde für Länder gefunden, die an einem internen oder internationalen Konflikt beteiligt sind und gleichzeitig negativ dem internationalen Handel gegenüberstehen.

Bei einem Zusammenhang zwischen Terroranschlägen und dem Migrantenanteil aus mehrheitlich muslimischen Herkunftsländern oder konfliktbehafteten Staaten konnte ebenfalls keine Signifikanz festgestellt werden. Allerdings fanden die Forscher eine direkt Verbindung zwischen Terrorangriffen und einem internen oder internationalisierten Konflikt innerhalb eines Landes: Mit jedem Jahr, das ein Land in einen internen Konflikt involviert ist, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Terror­attacke um 30,5 Prozent, bei internationalisierten Konflikten sogar um 59 Prozent.

Dieser Text erschien in der 13. Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

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15.07.2019

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