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Studie
US-Schulbeamte diskriminieren am ehesten Muslime und Atheisten


Die Studie zeigt, dass religiöse Minderheiten und Atheisten in der öffentlichen Verwaltung von Schulen in den USA diskriminiert werden.



Studie: "Does religious bias shape access to public services? A large-scale audit experiment among street-level bureaucrats" von Steven Pfaff, Charles Crabtree, Holger L. Kern, John B. Hohlbein (August 2018)

Die Verfassung der USA verbietet Diskriminierung. Ob religiöse Minderheiten von der amerikanischen Verwaltung trotzdem diskriminiert werden, hat eine Forschergruppe aus den USA untersucht. Dazu nahmen die Wissenschaftler speziell jene Beamten in den Blick, die direkt mit der Bevölkerung in Kontakt kommen: Angestellte der Schulverwaltung. So sollte eine mögliche Diskriminierung auf der untersten Ebene des Staatsdienstes überprüft werden.

Für ihre Studie versandten die Wissenschaftler 45.710 E-Mails an Direktoren öffentlicher Schulen in 33 Bundesstaaten. Sie gaben sich als Eltern aus, die ihr Kind an die Schule schicken wollen. Um dem Leser ihre religiöse Zugehörigkeit zu verraten, versahen sie jede Nachricht mit unterschiedlich offensichtlichen Hinweisen. Die subtilste Andeutung war ein Zitat am Ende der E-Mail. Dafür wählten sie eine so uninteressante und allgemeingültige Aussage des Evolutionsbiologen Richard Dawkins, dass sie praktisch jeder Quelle zugeordnet werden konnte. Genau das machten die Autoren, sie ersetzten in den Mails jedoch Religion und Urheber des Zitats:

[Das Christentum/Die katholische Kirche/Der Islam/Der Atheismus] lehrt uns, dass das Leben kostbar und schön ist. Wir sollten unser Leben bis zum Ende unserer Tage in vollen Zügen leben. [Pfarrer Billy Graham/Papst Benedikt/Der Prophet Mohammed/Richard Dawkins]1

Die Analyse der Antworten ergab: Atheisten und Muslime wurden am ehesten diskriminiert. Die Wahrscheinlichkeit einer Antwort verringerte sich um fast fünf Prozentpunkte, wenn das Zitat muslimisch oder atheistisch wirkte. Bei Katholiken und Protestanten gab es keinen Effekt. Deuteten die Wissenschaftler die Religionszugehörigkeit jedoch stärker an, stieg die Diskriminierung auch bei den »US-Mainstream-Religionen« an. Die Forscher vermuten dahinter die Sorge, dass die Familien Kosten für die Schule verursachen könnten. 

Dieser Text erschien in der 13. Ausgabe von KATAPULT. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für nur 19,90 Euro im Jahr.

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[1] Englisches Original: [Christianity/Catholicism/Islam/Atheism] teaches that life is precious and beautiful. We should live our lives to the fullest,to the end of our days. [Reverend Billy Graham/Pope Benedict/The Prophet Muhammad/Richard Dawkins]


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11.07.2019

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